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Masurische Landschaft mit See und kleinem Bootssteg. Storchenlogo von masuren-privat

           

Wintergeschichten

Neujahrsnacht

Wie kleine Diamanten, kleine Splitterdiamanten, tausendfach vor uns auf der Straße. Man möchte anhalten sie aufsammeln.

Im Scheinwerferlicht unterstützt durch die grellen breit ausladenden Nebelleuchten suchen wir den Weg, immer den ausgefahrenen Spuren folgend unserem Ziel langsam näher kommend.

Rechts und links werfen sich die Schneehaufen, aufgeschoben durch die Räumfahrzeuge, ihre durch Neuschnee abgemilderten Formationen. Reihen von Straßenbirken sind durch anhaftenden Schneeflug zusätzlich weiß getupft. Wattebäuschchen liegen seiltanzähnlich auf den Zweigen. Tannen mit Zuckerguss dick überzogen, biegen ihre Äste tief zu uns herunter.

Minus 10 Grad, Mondschein, Sternenklarheit. Wir gleiten durch leichte Verwehungen hindurch. Die Winterreifen fassen wieder die festgefahrene Schneedecke und bringen den mollig warmen Wagen sicher durch die Kälte der Nacht. Wir biegen ab, nach rechts den Hügel hinauf, durch den Wald, eine mit tiefem Schnee durchfurchte Serpentine hinunter zum See. Wald, dann Felder. Hell liegt die Landschaft im Mondlicht. Erstaunlich hell. Fast möchte man nicht glauben, dass es Nacht ist.

Wir denken an die Schlittenfahrten heute im tiefen Schnee, durch Wege die seit dem ersten Schneefall niemand mehr befahren hat. Schwer zog unser Arbeitspferd. Nur langsam wiederholen sich die kleinen Glockenschläge am Pferdehalfter. Die Landschaft beim Sonnenschein aufblitzend. Mattes, hartes Winterlicht floss förmlich über die weißen Flächen. Seen und Felder ununterscheidbar verbunden. Da waren sie auch zu sehen, die Diamanten der Kälte, der erstarrten Flüssigkeit. Das plötzlich einsetzende Schneetreiben veränderte das Bild zu einem Weihnachtsmärchen.

Anders dagegen die nächtliche Fahrt mit dem Schlitten in den Wald zum Feuer und zum Grillen der Kiobassa, der fettigen polnischen Wurst. Fackeln in den Händen der Schlittenfahrer machte die Partie zu einer romantischen Filmkulisse.

Unsere Scheinwerfer erreichen jetzt ihr Ziel, gleichzeitig erscheinen das Tor und der Hof mit seiner großen Scheune. In seinem Tiefschnee eine freigehaltene Spur vom Haus fortführend. Der, von uns aufgerollte Schneemann begrüßt uns stumm.

Gorlo, unser zu Hause ist erreicht. - Neujahr, 2 Uhr, im Jahr 2002.

Horst Naruga